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Biologieunterricht
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Im Praktischen Biologieunterricht gilt: Kescher und Gummistiefel nicht vergessen!

u1Mit einem Ausflug an Bach und Teich kommt frischer Wind in den Sachkunde- oder Biologieunterricht. Für den Unterricht vor der Schultür benötigt man nicht vielmehr als Gummistiefel, Kescher, Küchensieb und Lupe. Kinder sind Jäger und Sammler, sie wollen die Natur begreifen. Sucht man am Gewässerrand auf Steinen oder mit dem Kescher nach Köcherfliegenlarven, Kaulquappen oder Wasserkäfern, dann wird die Schulklasse zum begeisterten Forscherteam. Das ist eine ideale Voraussetzung, um Umweltwissen zu vermitteln! Um erste Erfahrungen mit Gewässeruntersuchungen zu sammeln, eigenen sich leicht zugängliche Fließgewässer und auch kleine stehende Gewässer. Die Pflanzen und Tiere sollten nicht nur gefangen und betrachtet werden. Sinnvoll ist es, mit der leicht verständlichen Bestimmungsliteratur zu ermitteln, wen oder was man gerade erbeutet hat.

 

Ein paar wichtige Regeln

Einige Regeln müssen jedoch beachtet werden: Wer in Naturschutzgebieten die Gewässerwelt untersuchen möchte, muss zuvor bei der Unteren Naturschutzbehörde (Landkreis) eine Genehmigung einholen. Grundsätzlich gilt außerdem für alle Gewässer, dass die Entnahme (hierzu zählt auch schon das Anfassen) von Pflanzen und Tieren der Roten Liste zuvor genehmigt worden sein muss. Bei der Planung einer Exkursion ist es empfehlenswert vorher mit der zuständigen Försterei, dem Naturschutzamt oder ggf. mit dem Flächenbesitzer Kontakt aufzunehmen. Um die Natur so wenig wie möglich zu stören, werden alle Lebewesen in ihrem Lebensraum belassen bzw. schnellst möglich dorthin zurückgebracht und selbstverständlich bewegt man sich ohne viel Lärm auf den Wegen und nicht quer durch das Unterholz oder den Schilfgürtel.

 

u2Grundausrüstung für eine Gewässeruntersuchung

  • Kescher mit langem Stiel
  • Haushaltssieb aus Drahtgeflecht (fein)
  • Große Schale (Fotoschale)
  • Federstahlpinzette und/oder Tuschepinsel
  • Marmeladengläser mit Deckeln
  • Lupe
  • Eimer
  • Protokollzettel, Stift

 

Was lebt auf oder im Gewässergrund?

Mit dem Haushaltssieb wird etwas Kies, Sand oder Schlick vom Gewässergrund im Randbereich entnommen und solange gesiebt, bis möglichst viel Sediment herausgewaschen ist. Die im Sieb verbliebenen Tiere werden mit der Pinzette oder mit dem Tuschepinsel in eine kleine Schale mit weißem Grund überführt um sie mit der Lupe beobachten und evtl. auch bestimmen zu können.

 

u4Was lebt auf den Ufer- und Wasserpflanzen?

Mit dem Kescher werden die Wasserpflanzen im Uferbereich mehrmals abgestreift (von unten nach oben den Kescher vorsichtig durch die Vegetation bewegen). Der Kescherinhalt wird in die Fotoschale entleert, Tiere werden heraussortiert und in einen Marmeladenglasdeckel überführt, um sie dort besser untersuchen zu können.

 

u3Was lebt auf oder unter Steinen?

Um zu sehen, was auf oder unter den Steinen lebt, die am Gewässergrund liegen, nimmt man einen Stein auf und überführt in zügig in die weiße Fotoschale. Jetzt kann man mit der Lupe untersuchen, welche Schnecken hier die Oberfläche abweiden oder welche Köcherfliegenlarven auf dem Stein auf Beute warten. Doch auch unter dem Stein finden sich häufig Lebewesen, die ebenso mit der Pinzette oder mit dem Pinsel in den Marmeladenglasdeckel gebracht werden können um sie dort mit der Lupe zu beobachten und zu bestimmen.

 

Literaturtipps zur Bestimmung der Wasserorganismen

Engelhardt, W. (1985): Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? 11. Auflage. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart

Schwab, Helmut (1999): Süßwassertiere - Ein ökologisches Bestimmungsbuch von Helmut Schwab. Ernst Klett Schulbuchverlag, Stuttgart